Die 4 1/2 Freunde im Gespräch mit ihrem Erfinder Joachim Friedrich ![]() Kalle: Sie sind ein Profi im Krimischreiben, Herr Friedrich und von Profi zu Profi würde ich gerne wissen ... Friedrich: Halt, Kalle, ich sagte vorhin, ich will ein gaaanz normales Interview. Friedhelm: Eh, Mann, eh! Kalle, frag ihn doch was richtiges. Steffi: Lass mich mal. Wie fing das mit dem Schreiben bei Ihnen an? Friedrich: "Schuld" daran, dass ich schreibe sind zwei Menschen: meine Mama und Michael Ende ... Kalle: Ja, der war auch ein echter Profi mit so Fällen, wie die Momo einen gehabt hat. Die hat die trügerische Bande der alten Herren gestellt. Friedrich: Graue Herren heißen die, Kalle. Meine Mutter war eine begnadete Aufsatzschreiberin und von ihr habe ich einiges geerbt. Und sie ist auch heute immer noch eine begeisterte Leserin. Radieschen: Liest die etwa auch die 4 1/2 Freunde? Friedrich: Ja, bestimmt, sie ist sogar dazu verpflichtet, meine Bücher zu lesen. Kinders, ihr bringt mich ganz durcheinander, was wollte ich eigentlich erzählen? Ich habe begonnnen, wie meine Mutter, sehr viel zu lesen. Ihre Leidenschaft waren Kriminalromane und davon konnte sie bis zu zwei Stück pro Tag lesen. So viel Lesefutter kann man sich auf die Dauer nur aus einer Bibliothek besorgen. Das machte mich alles sehr neugierig. Bei einem meiner Streifgänge durch die Bibliothek entdeckte ich die "Fünf Freunde" von Enyd Blyton. Sie sind auch übrigens mein Vorbild für euch 4 1/2. Seit diesem Tag war ich vom Lesen infiziert und bewahrte mir meine Vorliebe für Krimis bis heute. Bis vor 12 Jahren habe ich nie daran gedacht, das Schreiben zu beginnnen bis ich eines Tages ... Kalle: ... ein Kriminalfall! Sie sind verwickelt worden, weil da gestohlen wurde und Sie ... Friedrich: Es war kein Fall, aber mit Diebstahl hatte es schon zu tun: Eines Tages, es war zwischen Weihnachten und Neujahr ... Friedhelm: Eh, Mann, eh! Genau wie bei uns in 4 1/2 Freunde und die Weihnachtsmann-Connection! Friedrich: Es war also zwischen Weihnachten und Neujahr, das weiß ich noch genau, da fiel mir ein Buch in die Hände. Es war "Momo". Kalle: Ich wußte es! Friedrich: Als ich es las, wurde mir schlagartig etwas bewusst: Die "grauen Herren", die in der Geschichte anderen Leuten die Zeit stehlen und gegen die Momo kämpft, waren so wie ich. Ich war einer der grauen Herren geworden. Mein Spezialgebiet war es damals, nämlich Unternehmen so zu organisieren, dass sie Zeit und Geld sparten. Und da kapierte ich es endlich: Ich hatte den für mich falschen Berufsweg eingeschlagen. Deshalb entschloss ich mich, noch mal von vorne anzufangen. Ich lernte Geschichten zu schreiben, wie ich sie selbst gerne gelesen hätte. So seit auch ihr irgendwann einmal entstanden Kalle: Ich will auch noch mal von vorne anfangen. Ich werde Kriminalkommissar und nicht Detektiv ... Steffi: He, hast du noch alle Nadeln an der Tanne. © Thienemann Verlag |